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Koy Krylgan Kala

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Von Nukus in die Kyzylkum- und Karakum-Wüste.
Ausschlaggebend für unsere eigene Planung zur Erkundung der Wüstengegend ist die Bekanntschaft mit dem Karakalpaker Oktjabr Dospanow. Als Dr. der Philosophie sowie Kand. Dr. der Archäologie war er an fast allen, für uns interessanten Ausgrabungen beteiligt. Mit Oktjabr führten wir bereits seit unserem allerersten Abend in Nukus aufschlussreiche Gespräche und nun sagt er uns freundlich seine fachkundige Begleitung zu. Als unser philosophischer und archäologischer Berater ist er ein weiteres Geschenk dieser Reise. Es ist schwierig vorzustellen, dass es noch ein besseres für unser Forschungsprojekt geben könnte!

Erneut stellen sich Probleme wegen eines geeigneten Fahrzeuges ein, das in der Wüstenerforschung eben deshalb unentbehrlich ist, weil Handys in einem Radius von sechs Kilometern Entfernung außerhalb der Stadt nicht mehr funktionieren. Dank Gottes Hilfe, mit einem noch besseren Auto als bei der letzten Tour ausgestattet, fahren wir schließlich früh am nächsten Morgen, dem 03. Oktober 2008, wie geplant unserem ersten Ziel entgegen.

Chilpyk-Kala oder der Turm des Schweigens
Das Mysterium von Chilpyk beeindruckt uns sehr. Schon von weitem können wir den alleinstehenden kegelförmigen Hügel erkennen, auf dem eine runde Anlage erbaut wurde, die bis zu einer Höhe von etwa 15 Metern erhalten blieb. Wir steigen den Pfad des Hügels und den 20 Meter langen steilen Treppenaufgang hinauf, der uns zu einem zoroastrischen Dakhmah führt, als Turm des Schweigens bekannt.

Auf dem Dakhmah legte das Volk der Zoroastrier die Verstorbenen aus, um ihre Knochen von Geiern sauberpicken zu lassen. Die Knochen wurden anschließend zur Aufbewahrung in sogenannte Ossuarien verstaut. Laut Oktjabr finden sich viele Knochen, sobald man die Erde um Chilpyk einige Zentimeter tief ausgräbt.
Eine Erdbestattung des Leichnams war aus Schutz vor Verunreinigungen der Erde nach dem avestischen Gesetz verboten, die geschilderten Grundkomponenten der Bestattung zur Vertreibung der Dämonen vorgeschrieben.
Archäologische Zeugnisse und viele schriftliche Berichte aus der Antike lassen jedoch ein weniger einheitliches Bild der tatsächlich praktizierten Bestattungsformen erkennen.
Hervorzuheben ist dennoch die grundsätzliche Unterscheidung der Bestattungszeremonie in den Etappen einer Primär- und Sekundärbestattung.
Herodot beschreibt beispielsweise, dass der Leichnam "erst von einem Raubvogel oder Hund umhergezerrt werde, ehe man ihn mit Wachs überzogen in die Erde lege".
Während des archäologischen Symposiums in Nukus entdeckten wir unter den erstmalig ausgestellten choresmischen Artefakten kunstvolle Ossuarien, die eine ganz neue Variante der Sekundärbestattung erkennen lassen, von der wir allerdings noch nicht genau sagen können, seit wann sie praktiziert wurde. Dabei wurden die Knochen vor der Aufbewahrung bis zur Asche verbrannt.

Wir gehen auf dem großen Dakhmah umher und suchen nach Spuren der Vergangenheit.
An den Wänden sehen wir verschiedene uralte geometrische, aber auch nachträglich in das Mauerwerk eingeritzte Zeichen, wie Oktjabr zu unterscheiden vermag. Hin und wieder klettern wir auf die breiten Mauern, zwängen uns durch enge Nischen, betrachten den Ausblick auf den Amudarja oder konzentrieren uns auf den Lehmboden, bevor wir uns in der Mitte des Dakhmahs versammeln.
Oktjabr weiß zu berichten, dass früher alle Dakhmah fünf Türme "Bastuk" besaßen, sowie einen großen Feueraltar in ihrer Mitte. Er hebt etwas vom Boden auf und stellt uns, gänzlich unerwartet, einen kleinen archäologischen Fund vor. So halten wir zu unserer großen Überraschung gleich bei unseren ersten Schritten in die Kyzylkum-Wüste ein Stück Keramik mit Zeichen und von Asche bedeckt in den Händen, dass bei einer Feuerzeremonie auf dem zoroastrischen Altar verwendet wurde!

Die Anhänger Zarathustras waren bekannt für ihren Feuerkult. Sie glaubten, dass die höhere Geistseele eines Menschen aus dem Feuer bzw. Licht kam und dahin zurückkehrte.
Andächtig schauen wir auf einen Altar aus rotem Granit und Bilder der vergangenen Zivilisation tauchen auf. Viele Fragen zu den zarathustrischen Riten kommen aus dem Unbewussten hervor.
Gerade vor der Reise erzählte uns eine Dame etwas über Zarathustra mit der leichtsinnigen Schlussfolgerung, dass Zarathustranachfolger Feuer anbeteten ebenso wie Menschen aus der Steinzeit es getan hätten. Auf die Frage, wenn sie denn anbete, antwortete sie: "Den wahren Gottvater". Was verstehen manche Menschen unter Gottvater? Einen Opa mit langem Bart und einer Kiste voller Äpfel? Ist Gott nicht ein Geist? Ein Wort? Ist Gott nicht ein LICHT, ein Feuer?

Das Wetter ist wunderbar und wir genießen einen herrlichen letzten Ausblick von Chilpyk-Kala auf die mayestätische Würde der Wüste. Etwas Sauberes erfüllt die Luft und Ruach, heiliger Wind, erfüllt unsere Geister.


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