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Unser Fahrer und Tatjana verschwinden plötzlich zwischen den Büschen und wir packen erstmal unsere Vorräte aus, weil wir nun gerne frühstücken möchten. Seltsamerweise finden wir hier einen Tisch und Bänke in der Wildnis. Nachdem der Tisch gedeckt ist, rufen wir die Beiden zum Essen, doch niemand erscheint. Wir laufen den beiden hinterher und endlich antworten sie auf unser Rufen. Wir sollen kommen rufen die beiden, sie hätten etwas Besonderes für uns. Tatjana und Andrej stehen an einem riesigen Loch in der Erde. Was ist das? Tatjana löst das Rätsel ziemlich schnell: Hier befindet sich eine Grabungsstelle, die sie selbst entdeckt hat und leitet. Es handelt sich um einen bronzezeitlichen Schmelzofen. Hier in dieser Gegend wurde Gold und Metall geschmolzen und verarbeitet und ausgerechnet unsere Tatjana ist federführend bei den Ausgrabungen dieser Anlage. Zur Seite stehen ihr Schüler und Studenten aus Tscheljabinsk, die sie in ihrem Unterricht für die Sache begeistern konnte.
Tatjana ist mit Leib und Seele Hobbyarchäologin und sie gibt uns einen ausführlichen Bericht über diese Ausgrabung und Art und Weise des Schmelzofens mit seinem recht ausgeklügeltem System. Es handelt sich um einen Schmelzofen für Metall der wohl einmalig in dieser Gegend ist. Ihr Team hat den Ofen mühsam freigelegt und rekonstruiert und konnte durch Funde in der unmittelbaren Umgebung des Ofens nachweisen, das hier eine Metallverarbeitung besonderer Art stattgefunden hat.
Alle sind begeistert und vergessen sogar das Frühstück darüber.

Tatjanas Brennofen


Das holen wir nach ihren ausführlichen Schilderungen nach ( außer mir aus bekannten Gründen) und auch während des gemeinsamen Frühstücks steht Tatjana Rede und Antwort zu ihrem Projekt. Diese tatkräftige Dame hat wirklich bemerkenswertes geleistet; seit Jahren engagiert sie sich für diese Sache und sie kann mittlerweile stolz sein auf eine Armada von jungen Leuten, die sich der Archäologie verschrieben haben und auch bereits Studiengänge an den russischen Hochschulen absolvieren. In einer Zeit, wo Menschen nur nach Vergnügen, Geld und Macht streben ist das äußerst beachtlich, zumal sie für dieses Projekt keinerlei staatliche Unterstützung erhält. Sie hat eine Begabung, Menschen zu begeistern, auch uns zieht sie mit ihren Ausführungen in ihren Bann. Schade das ich heute nicht so aufnahmefähig bin, aber ich werde mir alles noch mal von den anderen erzählen lassen.
Tatjana Leonidovna erzählte, dass in der Kreisstadt Tscheljabinsk ein Zentrum für Kinder und Jugend-Tourismus und Heimatkunde namens „Nasledie“ existiert. Dieses ist eine öffentliche Institution, in der Tatjana Leonidovna als Organisatorin tätig ist. Bei der Erschaffung dieses Zentrums wurden dessen Initiatoren durch eine Idee angetrieben, dass die Kinder, die dieser Organisation angehören, an Bildungsprogrammen teilnehmen können, die von den Geschichts-, Heimat- und Archäologie-Kundigen geplant und durchgeführt werden.
Eine solche Jugendgruppe fand in diesem Wald ein Objekt, das die Jugendlichen
mit eigenem Hände freigelegt haben. Zweifelsfrei verdient dieses Objekt großes Interesse der Historiker und Archäologen. Die Jugendlichen fanden bei Freilegung dieses Objektes Kohlerückstände und deswegen nahmen sie zuerst an, dass es ist sich um einen Brennofen handelt. Jedoch als dieses Objekt endgültig freigelegt wurde, verstanden sie, das dies ein Irrtum war, weil die Steine aus denen die inneren Wände bestanden, keine Brandspuren aufwiesen. In unmittelbarer Nähe fanden sich Bruchstücke einer Form, in der Metall gegossen wurde. Das waren eindeutig die Spuren von Metallverarbeitung mit einem Schmelzofen, die Jugendlichen hatten wahrhaftig einen antiken Schmelzofen freigelegt. Solche Funde fördern die Jugendarbeit, erzeugen Enthusiasmus und Interesse für Geschichte, Das Projekt bietet mittlerweile viele Veranstaltungen zu diesen Themen an.
Tatjana Leonidovna, die ihre Archäologie und die Kinder liebt, erzählte mit einer ungewöhnlichen Begeisterung, dass der Austausch von Schüler mit anderen Ländern der Welt, die ähnliche Interessen haben, einen großen Nutzen bringen würde.
Die Kinder könnten die Geschichte von unserem Planeten, unsere Zivilisation und nicht nur ihre Heimat kennen lernen, sie würden die Situation und die Probleme des ganzen Planeten verstehen und sich als Teilchen des Ganzen empfinden. Das würde die Weltanschauung der Teenager ausdehnen.
Sie verbindet die Arbeit mit dem Frieden der Welt und anderen Aspekten und geht so voll in ihrer Arbeit auf. Stundenlang könnten wir noch zuhören.
Leider müssen wir bald aufbrechen, wir haben noch einen weiten Weg vor uns und möchten nicht in der Dunkelheit fahren. Tatjana muss uns leider nach einigen Kilometern in Magnitogorsk verlassen; aber wir werden sie am Ende unserer Reise noch mal treffen und wir dürfen ihr dann weitere Fragen zum historischen Brennofen stellen.
Ich suche mir einen Platz ganz hinten im Wagen, dort kann ich die Beine etwas lang machen und ich bin ein wenig für mich alleine um mit der Migräne fertig zu werden.
Unser Weg führt uns noch zu einem Punkt, wo sich Westen und Osten die Hand geben, hier beginnt der asiatische Teil des Globus. Wir steigen kurz aus, erstens weil es hier eine Tankstelle gibt und um in die Weite des Landes zu schauen; so unbedeutend diese Stelle auch scheint, irgendwie unterliegt sie einer besonderen Stimmung, und so sind wir einfach einen Moment still bevor es weitergeht. Der Hund des Tankstellenbesitzers ist über unseren Besuch hoch erfreut. Anscheinend verirren sich nicht allzu viele Menschen hierher. Er freut sich über Streicheleinheiten und bettelt uns an. Schnell stecke ich ihm etwas zu und er quittiert es mit freudigem Gebell.
Leider ist auch hier der Ort wo ich mich dann übergeben muss, ich wende mich schnell von den anderen ab um ihnen nicht die Fahrt zu verderben.


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