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Montag, 15.09.2008
Unser archäologischer Begleiter- Oktyabr Dospanov
Nach dem Frühstück treffen wir uns mit unserem archäologischen Begleiter Oktyabr zum Tee. Ich bin sehr gespannt auf den Doktor der Philosophie und Archäologie. Bereits im letzten Jahr hatte Oktyabr unsere Reisegruppe zu mehreren Ausgrabungsstätten geführt und sich als ein wertvoller Begleiter entpuppt. Sein archäologisches Fachwissen hatte sich als außerordentlich hilfreich erwiesen und sorgte für ein tieferes Verständnis der aufgesuchten Monumente und Kalas. Jetzt sitzen wir zusammen mit ihm an der langen Tafel im Wohnzimmer und erfahren, wie stark sich sein Leben und sein gesamtes Umfeld seit dem letzten Jahr verändert haben. Nachdem er seine feste Anstellung verloren und eine gut bezahlte, leitende Stellung im Ministerium ausgeschlagen hatte, entschloss er sich als selbständiger Unternehmer den Ökotourismus in dieser Region zu etablieren. Obwohl damit ein deutlich höheres Arbeitsaufkommen verbunden ist, bereitet ihm seine Selbständigkeit mittlerweile sehr viel Freude. Sie bietet ihm außerdem eine gute Plattform zur Umsetzung seiner Ideen und Träume. Wie er uns mit einem entspannten Lächeln versichert, hat er zwischenzeitlich auch gelernt mit Schwierigkeiten gelassener umzugehen. Von seinen Mitarbeitern und Freunden wird er deshalb „Mr. No Problem“ genannt. Ferner engagiert sich Oktyabr Dospanov im sozialen Bereich. So rief er in Usbekistan ein Projekt für blinde Mitbürger ins Leben, in dessen Rahmen u. a. das „Internet für Blinde“ angeboten wird. Mittlerweile hat Oktyabr viele blinde Freunde, die ihm, wie er uns liebevoll versichert, sogar schon mehr ans Herz gewachsen sind, als seine eigene Familie. Diese Menschen berühren sein Leben auf eine besondere Weise. In diesem Zusammenhang erinnert er sich gerne an die Worte seines Vaters, der immer zu ihm gesagt hatte: “ Hilfst Du anderen Menschen, dann wirst Du dadurch eine wahre Bereicherung in Deinem Leben erfahren.“ Genauso empfindet er jetzt sein neues Leben.


Oktyabr ist ein wirklich sympathischer und humorvoller Mann. Seine scherzhafte Ader lernen wir dann auch prompt kennen. Spontan erzählt er uns eine der vielen kleinen Anekdoten, die unsere zukünftigen Ausflüge mit ihm bereichern werden. So berichtet er von einem kleinen Mädchen, das mit ihm zur Schule gegangen war. Im Biologieunterricht wurde die Frage gestellt, ob der Mensch vom Affen abstamme. Das Kind namens Adamnovna antwortete: „Das glaube ich nicht“. Nachdem der Lehrer sie nach dem Grund dieser Aussage fragte, meinte das Mädchen: „Ich heiße Adamnovna und deshalb stamme ich von Adam ab. Wenn Du glaubst, Du stammst vom Affen ab, bitte schön - dann wird das wohl auch so sein...“

Philosophisch betrachtet ist diese Geschichte eine wunderschöne Parabel unserer Reise.
Einerseits führt sie uns weit zurück in die Vergangenheit zum Anbeginn der Menschheit, zum biblischen Adam und damit zu der Frage: “Wer sind wir und wo kommen wir her?“ Andererseits ist sie ein Hinweis auf die „Macht der Gedanken“. An die Kraft und Bedeutsamkeit der Gedanken werden wir dann auch immer wieder durch Zarathrustra erinnert, dem zeitweilig religiösen Anführer des antiken Choresm, dessen Spuren uns zukünftig in den vielen Kalas und Heiligtümern begegnen, die wir aufsuchen werden. War er es doch, der die Reinheit der Gedanken als die Quelle des Glücks bezeichnete und dessen Glaubensbekenntnis mit den Worten endete: „Nur der ist gesegnet, der sich Reinheit um seiner selbst Willen zu eigen macht“. „Gute Gedanken“ führen somit zu „guten Worten und Taten“. Oder wie Martin Luther es einst formulierte: „Du bist heute das, was Du gestern gedacht hast.“

Die erste Begegnung mit unserem archäologischen Begleiter ist wirklich sehr nett. Kurzzeitig trennen wir uns von ihm, um uns für unsere erste Expedition vorzubereiten. Gegen 10.00 Uhr holen wir ihn dann von Zuhause ab und machen uns gemeinsam auf den Weg nach Misdakhan. Misdakhan ist ein einzigartiger historischer Komplex, der auf drei Hügeln verteilt insgesamt fünf sehr interessante Stätten und altertümliche Monumente beherbergt. Wie es Alexander uns schon bei der morgendlichen Meditation gesagt hatte, wird uns hier auffällig häufig die Zahl sieben begegnen. Die Fahrt dorthin dauert mehrere Stunden und führt uns durch teilweise sehr holpriges Gelände. So ist es kein Wunder, das wir beim Passieren der unebenen Straßen und rauen Wege zeitweilig ungewöhnlich heftig durchgeschüttelt werden. Während der Besichtigung des gesamten Misdakhan- Komplexes, versorgt uns unser archäologischer Begleiter Oktyabr mit wichtigen Informationen und lenkt unsere Aufmerksamkeit auf viele Details, die wir ohne ihn wohl gar nicht erst wahrgenommen hätten.


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