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2.10.2007

Durch den Tag der vielen Besuche

Daulet`s Haus liegt an einer unbefestigten Straße, ist von Nord nach Süd ausgerichtet. Der Eingang ist gen Westen zum Hof. Dieser ist zur Straße hin durch eine hohe Mauer mit grünem Tor eingefriedet. Nachts hält dort ein Hund Wache und es ist besser für uns zu dieser Zeit nicht vor die Türe zu treten.
Rechts von der Eingangstür zwischen Haus und Mauer der Garten, in dem alles Mögliche angepflanzt wird. Er ist eine wichtige Quelle für den Nahrungsbedarf der Familie. Durch ein Rankgitter zum Hof sind seine Schätze für den ersten Blick verborgen.
Ihm gegenüber ist ein Holzpodest, auf dem im Sommer wohl das Familienleben stattfindet.

An diesem Morgen ist die Küche und das Bad von der im Osten aufgegangenen Sonne durchflutet. Wolkenlos scheint dieser Tag ins Werden.


Ein Symposium zur Archäologie dieses Landes findet „zufällig“ in diesen Tagen statt. Wir haben uns angemeldet, werden als private Forschungsgemeinschaft aus Deutschland erwartet.
Vorab erhält jeder von uns eine Kongresstasche, in der wir Prospekte und Bücher in russischer, englischer, französischer und deutscher Sprache finden. Ein wahrer Schatz, zumal es kaum Informationen über Karakalpackstan und seine Vergangenheit in Deutschland gibt.
Geladen wird in das Kunstmuseum der Stadt, ein imposantes modernes Gebäude. Es entstand durch die enthusiastische Arbeit und Engagement des Malers Igor Savitskiy.
Dem Museum vorgelagert ist ein großzügiger Platz mit Freitreppen und Springbrunnenanlage. Sie ist außer Betrieb.
Auch hier wird der schleichende Verfall sichtbar. Viele Natursteinplatten lösen sich durch den Salzgehalt der Witterung auf.
Im Museum erwartet uns eine Mischung aus Gemälden und Skulpturen der Region, sowie archäologischen Fundstücken und Kulturzeugnissen der Karakalpacken.
Die Teilnehmer aus fielen Ländern strömen das imposante Treppenhaus hinauf, versammeln sich im Flur des ersten Stocks zwischen Gemälden und Vitrinen.
Nach der Begrüßung durch die Direktorin des Museums wird anlässlich des Symposiums eine Ausstellung mit neusten Funden eröffnet.
Anschließend hält eine Riege von alten Männern Vorträge, unter ihnen auch Professor Jagodin, Leiter der Akademie der Wissenschaften von Karakalpackstan. Auch wenn ich kein Wort verstehe, so ist der Stolz dieser Männer spürbar, die Ihr Lebenswerk der Fachwelt vorstellen. Einige sind schon sehr alt, werden gestützt.
Karakalpackstan hat keine historisch gewachsene Schriftsprache. Bevor die UDSSR Usbekistan eingliederte, war die arabische Schrift aufgrund des Islam gebräuchlich. Es folgte das Kyrillisch, was nun nach dem Zerfall der Sowjetunion durch die lateinische Schrift ersetzt wurde. Bedenkt man die kurzen geschichtlichen Zeiträume, wird das Kommunikations- Problem mit Archäologen anderer Länder deutlich. Die Sprachverwirrung ist perfekt.
Die meisten historischen Plätze wurden 1946 und in den Folgejahren untersucht. Ergebnisse sind dokumentiert und zum Beispiel in der Ermitage von St. Petersburg ausgestellt.

Ein weiteres Hindernis war der Ost-West Konflikt mit seiner Einengung des kulturellen Austausches mit westlichen Ländern. Erst ganz langsam beginnt er über die Grenzen hinaus zu fließen.

Professor Jagodin lädt uns ein, an der anschließenden Rundreise zu den Fundstätten teilzunehmen, was wir aufgrund unseres zeitlichen Rahmen dankend ablehnen müssen.

Zum Abschied erhalten wir von ihm ein Buch über die Funde auf dem Ustyurt-Plateau.
Welche Schätze wir gefunden haben wird erst beim genauen Studium deutlich.
Zum Abschluss sei noch erwähnt, dass Professor Yagodin an unserem Abreisetag aus Nukus seinen Fahrer sendet, uns eine gute Heimreise wünschen lässt.


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