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28.09.2007

In den frühen Morgenstunden des 28.09.07 Landung in Tashkent. Vor dem Eingang ins Flughafengebäude steht Militär. Ein Offizier ruft laut, " Wer ist Alexander, wer ist Alexander?"

Im Alexanders Kopf entstehen auf einmal eine Menge Fragen. Was ist passiert? Wieso werde ich von einem Militärbeamten aufgerufen? Ich kenne niemanden in diesem fremden asiatischen Land. Nach der kurzen Überlegung sagt Alexander: „Ich bin Alexander.“

Unsicher folgen wir dem Offizier. Vorbei an den anderen Reisenden, durch Neon beleuchtete Gänge bis in den Abfertigungsbereich. Wieder warten an einer Absperrung. Der Offizier nimmt unsere Pässe an sich. Warten. Er kommt zurück. Ausfüllen einer Deklaration, Angabe von Reiseziel, Geldmenge und Wertgegenstände wie Handy oder Photoapparat. Alexander hält uns an, sehr sorgfältig zu sein.
Schließlich klärt sich die Situation auf. Ein Bekannter Alexander`s hat von Deutschland aus den Offizier unsere Ankunft mitgeteilt, damit wir schnell, wenn nötig, ein Hotel oder Auto bekommen. Es ist eben sehr wichtig in diesem Land Beziehungen zu haben.

Bevor wir Usbekistan betreten dürfen, wird das Gepäck noch mal durchleuchtet, ein Herr mit weißem Hemd, militärisch verziert, macht schwungvolle Kreise und kleine runde Stempel auf die Deklarationen, vergleicht unser Gesicht mit dem Pass, ein Blatt für den Geheimdienst, eins für uns, schließt den Pass, schiebt ihn zurück, man darf gehen. Bei Jedem wiederholt sich dieser Vorgang, stereotyp, ohne Anzeichen irgendeiner Anteilnahme.

Kreise, runde Stempel, wie beim Brot backen, einem späterem Erlebnis auf der Reise, nur kleiner. Der Eine besiegelt das Leblose, der Andere das Lebendige.

Wir treten durch die Absperrungen, verlassen die Wartehalle, am Himmel steht der abnehmende Mond, die Luft ist lau. Fremde Sprache um uns. Orientierung an der Gruppe, Sina führt, hat alles im Griff.
Zwei junge Männer tragen unser Gepäck. Sie sollen betrunken gewesen sein, erfahre ich später. Ich habe es nicht bemerkt.
Mit den ersten Sonnenstrahlen heben wir in Richtung Nukus ab.

Ankunft in Nukus

Himmel blau, Wind etwa frisch, warten. Warten auf Sina und Alexander. Spüre ein wenig Müdigkeit, wir sind seit über 24 Stunden auf den Beinen. Die neue Umgebung hält wach. Viele Pappeln, das fällt mir sofort auf. Sie sind im unteren Stammbereich gekalkt. Bei uns macht man das, um Schädlinge von den Bäumen fernzuhalten.
Meine Augen beginnen zu tränen, es brennt in ihnen. Schiebe es auf die Übermüdung. Später wird klar, dass es an der Luftbelastung liegt. Es ist der feine Staub aus der Wüste und den Äckern für den Baumwollanbau.
Die Felder werden mit Pestiziden aus der Luft besprüht. Flugzeuge dafür stehen etwas abseits am Rande des Flugfeldes. Wir haben sie bei der Landung überflogen. Durch das Wüstenklima trocknet es schnell. Übrig bleiben die Salze, werden vom Wind gelöst, verteilen sich über das ganze Land.
Den Rest besorgt der stark ausgetrocknete Aralsee. Es ist ein Salzsee. Feine Wolken von salzigem Feinstaub verteilen sich aus den verlandeten Flächen über Stadt und Land. Obwohl alles klar erscheint, deutliche Konturen zeichnet, stimmt etwas nicht mit dieser Luft.

Geduld ist gefragt. Alexander und Sina sind auf Suche nach einer Herberge. Die Einreisebedingungen zwingen uns, ein Hotel zu nehmen.
Gemeinsam geben wir uns das Gefühl der Sicherheit, genährt aus dem Vertrauen auf Führung. Diese Nahrung wird die wichtigste Speise in den nächsten Tagen.
Ein Mietwagen samt Fahrer verschafft uns Bewegungsfreiheit. Er hat Platz für uns 7 Personen. Gasflaschen auf dem Dach betreiben wohl im Sommer eine Klimaanlage. Um die zusätzliche Last abzufangen, sind vier Stahlstreben eingebaut. Uns dienen sie als Haltemöglichkeit, wenn es die Straßenverhältnisse erfordern. Der Fahrer kennt sein Fahrzeug ganz genau, denn die holprigen Straßen verlangen Alles. Ein Werkzeugkoffer steht unter dem Fahrersitz. Manche Schlaglöcher sind so groß und tief, dass ein Kinderwagen darin Platz fände. Ferner werden wir immer wieder von der Polizei angehalten. Der Fahrer kennt diese Kontrollen. Ein Geldschein und es kann weitergehen.
In den ersten Tagen begleitet uns eine Nichte des Fahrers, schätzungsweise 8 Jahre alt. Sie bedient die Schiebetür, wenn wir aus- oder einsteigen wollen. Sie muss nicht zur Schule gehen, da ihre Klasse auf den Baumwollfeldern arbeitet. Von dieser Aufgabe scheint sie entbunden zu sein.


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