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Das Hotel hat schon mal bessere Tage gesehen. Am Eingangsbereich wird gerade gearbeitet. Zwei Zimmer und eine Suite im dritten Stock sind das Beste, was zu bekommen ist. Die Zimmer sind Richtung Westen, die Suite den Osten. Sie hat die Nummer 300 und Räumlichkeiten für die Meditation.

In einem geschlossenen Raum der Hotel eigenen Bar erste Tasse Tee auf usbekischen Boden. Jeder legt auf den Tisch etwas Essbares. Lagebesprechung. Müssen dieses Hotel nehmen, weil wir den Nachweis einer Unterkunft für die Behörden brauchen. Der abgeschlossene Bereich schützt uns vor neugierigen Blicken, denn unser westeuropäisches Aussehen fällt sofort auf, weckt Interesse, was zu unnötigen Verstrickungen führen kann.
Am Nachmittag öffnen sich zwei Türen zu den folgenden Tagen. Nach kurzer Besichtigung bahnt sich die Möglichkeit einer privaten Unterkunft an. Daulet und ihr Mann bieten uns ihr Haus an, zum Mitwohnen und Essen. Daulet war mal Nachrichtensprecherin für das Fernsehen. Ihr Mann war ein Oberst des KGB in Usbekistan.
Im Museum von Nukus erkundigen wir uns nach einem Symposium zu den archäologischen Fundorten in Karakalpakstan. Den Hinweis darauf hatten wir schon in Deutschland erhalten. Beim Rundgang durch das Museum fallen mir die Darstellungen von Vogelmenschen auf. Körper eines Vogels mit Menschenkopf, Erinnerungen an die Sphinx werden wach. Ein Vogel ist auch das Wappentier auf der usbekischen Flagge.

Sein Gefieder verschmilzt mit den Sonnenstrahlen, ein Phönix.
„ Und Melchizedek, König von Salem; brachte Brot und Wein heraus, und er war Priester Gottes, des Höchsten“ 1.Mos.14/18
Bei Daulet am Abend erwartet uns ein langer, gedeckter Tisch. Er ist wie ein Geschenk, verbindet sich mit Melchizedek, mit der Abendmahldarstellung.

Gedeckt sind Tee, Früchte, wie Weintrauben zum Beispiel, Brot und ein Reisgericht vegetarisch. Wir spüren das Wohlwollen dieses Hauses, trotz unseres Wunsches nach Speisen ohne Fleisch. Die Usbeken sind es gewohnt, Fleisch zu essen. Scheinbar mühelos zaubert Daulet ein geschmackliches Gericht. Welch eine Achtung Gästen gegenüber steht hinter diesem Handeln.
Vergessen sind die Anstrengungen der letzten 2 Tage, verhaltene Fröhlichkeit, gefühlte Führung.
Wir lernen Natascha kennen. Auch Oktyabr findet sich ein an diesem Abend, er kommt und öffnet für uns viele Türen und Tore zum Verständnis dieses Landes.
Ohne große Umschweife berichtet er von seiner Arbeit und Leben, führt uns in die Vergangenheit Mittelasiens ein.
Er hat Geschichte, später 5 Jahre Philosophie studiert. Beide Fachrichtungen mit Schwerpunkt Archäologie und ist Doktor der Philosophie und Archäologie. Für ihn gibt es keine Trennung zwischen Kultur und Religion. Beides gehört zusammen. Diese Haltung ist auch ein Grundzug der Religion Zarathustras, die in diesem Lande die Vergangenheit geprägt hat.
Khorezm, so heißt dieses Gebiet südlich des Aralsees, ist schon früh von Kulturvölkern besiedelt. Vor der Zeit Zarathustra`s gab es z.B. Fetischism oder Anemism. Die enge Verschmelzung zwischen Kultur und Religion ist für sie ein Faktum, die Lehre Zarathustras annehmen zu können.
Als Beispiel führt er ein Amulett an. Es heißt in der karakalpakschen Sprache Tumar, und geht auf die Zarathustrische Kultur zurück. Ein Dreieck auf dem Tumar bedeutet Auge.
Die Muslime haben später dieses Symbol übernommen. Vor dem bösen Blick soll es sie schützen. Unten sind noch 7 Anhänger in Form von Schoten angebracht.
Auch den Trinitätsgedanken des Schöpfungsprozesses vom Auge – Gehirn – Seele übernehmen sie aus der zarathustrischen Lehre.

Sowohl dem Islam, als auch dem Christentum ist der Ritus mit dem Feuer nicht fremd. Das Räuchern mit Weihrauch bei den Christen, oder der Gebrauch von Kerzen.
Stirbt ein Moslem, so soll er vor Sonnenuntergang bestattet sein. Der Raum, in dem er gestorben ist, muss 40 Tage mit Licht ( Kerzen ) erfüllt sein.
Vor dem Haus brennt ein Lagerfeuer, wenn die Braut zum Bräutigam geht. Im Haus ist die Luft vom Rauch der in Öl gebratenem Baorsaki erfüllt. Es wird zur Reinigung gemacht.
Am Begräbniskult der frühen Christen und der Zeit nach der Islamisierung um 800 nach Christus durch die Araber, erkennt man die gemeinsame zarathustrische Wurzel.
Die Bestattung in einer Nische des Grabes ist zu beiden Zeiten zu finden.
Ausgrabungen in Gyaur-Kala, ein Teil von Mizdakhan, brachten Bilder aus der Zeit Zarathustra`s zu Tage. Auf den Tontöpfen, in denen die Gebeine der Toten in einer Nische des Grabes beigesetzt wurden, fand man Abbildungen von Lebensbäumen. Er war schwarz, die Zweige hingen herab, ein Symbol von Unfruchtbarkeit.
Wurde ein Mensch geboren, so galt die Vorstellung dass ein Lebensbaum entstand. Er hatte Früchte in verschiedenen Farben, Ausdruck von Freude und Fruchtbarkeit. Bildete sich eine neue Familie durch Heirat, war das Brautpaar die Zierde in der Mitte, umringt von vielen bunten Früchten.

Die Menschen islamischen Glaubens werden, gehüllt in ein weißes Tuch, in einer Nische des Grabes sitzend bestattet.
Ferner legt man 7 Balken über das offene Grab, zur Erinnerung an die 7 Schöpfungstage, 7 Kirchen, 7 Könige, alles Bildern aus der Bibel.
Den 7. Tag nach dem Tod eines Menschen feiern alle Verwandten und Bekannten mit Gebet und Essen, um dem Verstorbenen zu gedenken. » Fahrt nach Kungrad


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