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Auf dem Rückweg machen wir Halt, um auf dem Bazar von Kungrad einzukaufen. Plötzlich sind wir umringt von Zigeunern. Ein kleiner Junge berührt mit seiner Hand meine Füße, richtet sich auf und klopft an meinen linken Oberarm spricht dabei in einer mir unbekannten Sprache, macht eindeutige bittende Gesten. Im Hintergrund spornt ein Frau mit einem Kleinkind auf dem Arm den Jungen an, ja nicht nachzulassen.
Fühle mich hilflos, soll kein Geld geben, eile zum Wagen zurück. Erst dort kann der Fahrer den Jungen mit kräftigen Worten vertreiben. Wir bleiben trotzdem unter Beobachtung. Einmal versucht es der Junge noch, eingewiesen von der Frau.
Mir wird meine Hilflosigkeit ganz deutlich bewusst. Was hilft all das Wissen um die Art der Zigeuner wenn ich mich emotional nicht bei mir durchsetzten kann. Hinzu kommt, keine Sprache in dem Moment zu finden, die zur Verständigung führt. Dieses Erlebnis hallt in mir noch lange nach, stehe ratlos vor meiner Begrenzung.

1.10.2007

Der zweite Morgen in Kungrad. Die Geräusche der Nacht sind in Morgenlicht verwandelt. Das Bellen der Hunde, Schreien eines Esels und Rufen fremder Nachtvögel sind einer goldgelben Dämmerung gewichen.
Meine ersten Gedanken verbinden sich mit den letzten des Vorabends. War da doch ein wenig Unsicherheit gewesen durch die Klänge der Nacht, der Dunkelheit um mich herum.
Irgendwann kam der Schlaf, nahm mich in seine Arme.
Trotzdem habe ich gut auf dem usbekischen Nachtlager geschlafen. Hatte erwartet, dass ich jeden Knochen meines Körpers spüren werde. Nein, keine der üblichen Schmerzen beim Erwachen.
Nach der Meditation gehe ich vor die Türe in die Frische des Morgens, nehme den Ziegelofen in Augenschein. Er wartet auf die Arbeiter, hofft auf die Vollendung des 3. Zuges. Denke an Abetnego und eine beiden Freunde, die das Feuer im Ofen überstehen; den Engel der zu den Dreien in die Flammen tritt.
Ein leichter Windhauch holt mich aus diesen Gedanken, beschließe ein wenig die Umgebung zu erkunden.
Um die Hausecke erblicke ich zwei Arbeiter, die Wasser kochen über offenem Feuer, erkenne im hohen Seitentor des Hauses die Kuh, deren Stimme ich heute Nacht unter mir gehört hatte. Zur anderen Seite öffnet sich der Weg vorbei an den Gewächshäusern. Der Wüstenstaub macht alles gleich. Es ist nicht erkennbar, was noch seine Funktion erfüllen kann. Überall liegen Maschinenteile, stapeln sich Kisten. Alles auf dem Weg, wieder Eins zu werden mit der Wüste.
Eine einsame Stockrose leuchtet in der Morgensonne. Dunkelroter Samt, auf staubigem Grün, so farbintensiv wie die Kleidung der Frauen dieses Landes.
Weißgolden ist der Lichtkranz am Blütenrand, spricht mit dem Sonnenlicht.


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